Elisabeth Scheer Portfolio Interaktionsgestaltung

Redesign des Pocket Operators

Im Kurs Interface Design II gestalteten wir anhand des nutzerzentrierten Gestaltungsprozesses den Pocket Operator, ein elektronisches Musikinstrument, neu.

INTERFACE DESIGN // 4. SEMESTER // TEAM: SIMON WIRTH, ELISABETH SCHEER // BETREUT VON PROF. CARMEN HARTMANN-MENZEL

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Die Double Diamond-Methode nähert sich Problemen und Lösungen in divergierenden und konvergierenden Denksystemen an.

Der Pocket Operator KO 33 ist ein Sampler im Taschenformat aus der Metal-Series von Teenage Engineering. Pocket Operators sind kleine, ultraportable Musikgeräte mit der Flexibilität, auch unterwegs Musik zu machen. Sie sind für jedermann erschwinglich und mit allen anderen Musikgeräten kompatibel. Ein Sampler ist ein elektronisches Musikinstrument, das Töne jeglicher Art aufnehmen und auf Tastendruck in verschiedener Tonhöhe wiedergeben kann. 

Discover
Wir führten Interviews mit Nutzern des Pocket Operators durch. Durch die Interviews bekamen wir genauere Einblicke in das Nutzungsverhalten. Die Aussagen der Interviewpartner clusterten wir und destillierten die wichtigsten Erkenntnisse heraus. Zusätzlich führten wir eine detaillierte Analyse des Pocket Operators durch und testeten selbst verschiedene Use Cases.

insights

Define
Nachdem wir viele Informationen über das Nutzungsverhalten gesammelt hatten, ging es darum, diese mithilfe von verschiedenen Methoden wie Personas und Affinity Mapping einzuordnen. Außerdem definierten wir den Nutzungsanforderungen und den Nutzungskontext. Anhand unserer Erkenntnisse aus dem Research stellten wir folgende Defizite des Pocket Operators fest: 

display

Display
– viele unwichtige, ablenkende Infos
– undeutliches Feedback

naehe

Beschriftung
– Beschriftung teilweise unklar
– Zuordnung leicht zu verwechseln

beschriftung

Knöpfe
– komplizierte Tastenkombinationen
– Doppelbelegung von Knöpfen
– Gedrückthalten von Knöpfen notwendig

uebersicht

Organisation
Schlechter Überblick über ausgewählte Patterns und Sounds

Design Principles

Um eine Verbesserung der Usability des Pocket Operators sicherzustellen, legten wir als Ergebnis unseres Researches folgende Gestaltungsprinzipen fest:

– Pro Interaktionselement nur eine Funktion

– Integrieren von Sicherheitsmechanismen für bestimmte Funktionen, z. B. Löschen

– Formsprache und Gesetz der Nähe berücksichtigen

Prototypen

Basierend auf unseren Design Principles erstellten wir einige Prototypen aus Pappe und Styropor bzw. Clay und testen daran unsere Ideen und Varianten.

prototyp

Mit einfachen Papp-Prototypen konnten wir schnell verschiedene Ideen testen. 

wireframes

Mit digitalen 2D-Modellen erstellten wir weitere Varianten aus, um am Ende die beste zu finden. 

Deliver

Der neue Pocket Operator als 3D-Modell:

PocketOperator-front
PO-ed

Der neue Pocket Operator kommt deutlich aufgeräumter daher und verbindet die Bedienelemente auf smarte Weise mit der Funktionalität des Pocket Operators.

Auf der Rückseite des Pocket Operators werden die wichtigsten Funktionen beschrieben.

Den Pocket Operator haben wir in vielen Bereichen verbessert: 

Form und Anordnung der Bedienelemente
Clusterung der Funktionen nach Wichtigkeit/Häufigkeit/Anwendungszeitpunkt (Drehregler an der Seite) und Unterscheidung der Funktionen nach Management und Ton-Shaping. Die Drehregler an der rechten Seite (BPM, swing, MVol) regeln Funktionen, die meist nur einmal benutzt werden. Detail: Drehleger auf der Seite können in das Gehäuse gedrückt oder „aufgeräumt“ – also kürzer gemacht werden, so stören sie nicht. Ein kleiner unbeweglicher Anfasser am Ende verhindert versehentliches Verstellen des Reglers beim Rein- oder Rausdrücken

Step Sequencer
Von der Größe und Position abgetrennter Bereich für Step Sequencer, dadurch ergibt sich eine bessere Übersicht. Der Step Sequencer ist jetzt auch von Sample-Library getrennt.

Sample Library
Die Sample-Library ist jetzt vom Step-Sequencer getrennt und durch ein Drehrad an der Oberseite intuitiver zu bedienen. Durch die LED-Reihe sieht man zu jedem Zeitpunkt, welches Sample angewählt ist und wo belegte/unbelegte Slots sind. Durch den Vorschau-Knopf lassen sich vor allem die Drum-Kits besser erfassen, ohne dass man den write-Modus verlassen muss um sich die Samples anzuhören. Die Melodic-Samples und Drum Samples sind rechts nun räumlich getrennt und dadurch besser erfassbar.

Freehand und Write-Modus
Verbesserung der haptischen Steuerung/Interaktion: Schiebe-Regler für write-Modus und freehand-Modus für länger andauernde Aktionen: es ist kein Gedrückthalten von Knöpfen mehr nötig. Durch die Gestaltung des Freehand-Modus in Form eines fixierbaren Sliders, lässt unser Design das zweihändige Freehand-Jammen zu.

Pro Funktion ein Bedienelement
Jede Funktion hat ein eigenes Bedienelement: Funktionen wie copy und delete müssen nicht durch komplizierte Tastenkombinationen erreicht werden, sondern sind klar auffindbar. Es gibt keine Doppelbelegungen mehr, dadurch sind mögliche Funktionen sofort sichtbar. Icons zeigen welche Funktion über die Knöpfe zu erreichen sind. Klarere Zuordnung/Beschriftung der Knöpfe, dadurch weniger Verwechslung. Ton-Shaping: Drehknöpfe mit zwei Modi, Lichtfeedback zeigt welcher Modus aktiv ist, es ist sofort ersichtlich, wie der Sound bearbeitet werden kann. Es sind keine komplizierten Tastenkombinationen mehr nötig. Der Sound ist sofort manipulierbarer. Standard-Steuerungselemente wie Drehregler wurden beibehalten, jedoch besser eingesetzt. Der Record-Button ist exponiert oben rechts, weil dies ein Button mit weitreichenden Auswirkungen ist. Man schaut den Button beim Drücken oft nicht an, weil man ja etwas aufnehmen möchte. Deshalb ist es besser, dass der record-Button nicht umgeben von anderen Tasten ist, die man versehentlich anstatt des record-Buttons drücken könnte. Das Mikrofon sitzt links, dem record-Button gegenüberliegend. Womöglich wäre eine Variante, bei der sich das Mikrofon in der Nähe des Record Buttons befindet interessant. Wobei man hier aufpassen muss, dass es durch den Finger auf dem Button zu keiner Abschirmung des Mikrofons kommt.

Robustheit
Drehregler sind nicht mehr so filigran und hoch. Dadurch wird das Abbrechen der Drehregler, beispielsweise beim "in die Hosentasche stecken" verhindert. Die Drehregler an der Seite kann man eindrücken und dadurch verschmelzen sie mit dem Gehäuse, sind dadurch auch nicht anfällig auf Abbrechen.

Eindeutige Beschriftung
Die Zugehörigkeit der Knöpfe und Beschriftung ist bei unserer Lösung eindeutig. Die Beschriftung befindet sich entweder direkt auf dem Bedienelement oder sind in dessen Nähe angeordnet.

Display
Alle unwichtige Informationen wurden vom Display entfernt („Was machen diese Boxer?“), dadurch bessere Übersicht auf Display und mehr Platz für Funktionsknöpfe.

Rückseite
Wie beim bisherigen Pocket Operator auch, wird die Rückseite für eine kurze Anleitung für die wichtigsten Funktionen sowie die Erklärung der Icons genutzt.

Meine Aufgaben
Research
Konzept
Design

Tools
Cinema 4D
Illustrator
Miro